INTERNATIONAL, RAUSGESCHAUT

Enactus bekämpft die Feinstaubbelastung in Indiens Schulen

Die Luftverschmutzung in Indiens Großstädten ist eine Katastrophe. Noch Anfang November hat Neu-Dehli den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Seit 2017 arbeitet die 14-köpfige Projektgruppe „Evayu“ in Rahmen der Hochschulgruppe Enactus e.V. ehrenamtlich und engagiert an einer Lösung, mit der die Feinstaubbelastung in Schulen und langfristig auch in Wohnräumen Indiens verringert werden kann.

Fotos: Enactus e.V.
Text: Gereon Wiesehöfer


„Den Maximen von Enactus KIT e.V. entsprechend muss eine Lösung für einkommensschwache Menschen bezahlbar sein und sich vor Ort auf Dauer selber tragen. Wir verstehen das Projekt als eine Art nachhaltiges Start-up, wir leisten damit Hilfe zur Selbsthilfe“, erläutert Niclas Klein, Masterstudent im Maschinenbau am KIT, die Philosophie des Projektes.

Die technische Lösung ist so einfach wie überzeugend: In vielen Gebäuden und Privatwohnungen Indiens werden zur Raumkühlung günstige Verdunstungskühler eingesetzt. Sie stellen eine häufig genutzte Alternative zur klassischen Klimaanlage dar. Die Geräte saugen Raumluft an, führen diese über feuchte Lamellen und geben einen gekühlten Luftstrom ab. „Wir haben dieses Gerät nun mit einem Feinstaubfilter kombiniert, der die angesaugte Luft filtert und dadurch die Feinstaubbelastung im Raum verringert“, erklärt Daniel Schuster, Projektmitglied und Masterstudent Maschinenbau, das Prinzip.

Verdunstungskühler und Filter müssen dabei gut aufeinander abgestimmt sein. Unterstützung erhielten die Studierenden dabei von Professor Achim Dittler vom Institut für Mechanische Verfahrenstechnik und Mechanik (MVM) am KIT. Er beauftragte eine Bachelor-Arbeit zu diesem Thema, die wichtige Erkenntnisse zur technischen Umsetzung lieferte. Ebenfalls technische Unterstützung kam von der Firma Freudenberg Filtration Technologies SE & Co. KG mit ihrer Expertise hinsichtlich der Eigenschaften verschiedener Filtermaterialien und -konzepte. Im März 2019 konnte die Palas GmbH aus Karlsruhe, ein führender Spezialist für Feinstaubmesstechnik und Filtrationsprüfung, als weiterer Partner gewonnen werden. „Mit dem ersten marktreifen Prototyp werden wir hoffentlich Anfang nächsten Jahres nach Pune gehen können, der Partnerstadt von Karlsruhe. Dort werden wir das Gerät vor Ort testen, Kontakte knüpfen und einen indischen Partner suchen, der das Gerät produzieren und vertreiben kann“, skizziert Leon Schulz den weiteren Verlauf des Projektes.

Auch wenn alle Studierenden der Projektgruppe ehrenamtlich arbeiten, müssen Material- und Flugkosten finanziert werden. Eine Crowdfunding-Aktion mit der Volksbank Karlsruhe konnte einen Teil der Kosten decken, weitere Spendengelder sind aber erforderlich, um das Projekt wie geplant abschließen zu können.


Info und Kontakt: www.enactus.de/karlsruhe

Montag, 25. November, 2019
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Geschrieben von: Gastautor