CAMPUS, GESICHTER, RAUSGESCHAUT

Ein bisschen Mathe – ein bisschen Tschakka

Es ist ein gutes Gefühl, etwas verstanden zu haben. Und ein noch besseres, jemandem beim Verstehen zu helfen. Wer es ausprobieren möchte, dem kann Christina Klauda vom Verein Studenten für Kinder Karlsruhe e.V. (SfKa) ein Angebot machen: Der Verein sucht immer potenzielle Nachhilfelehrerinnen und -lehrer, die sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche unterrichten – in allen Fächern, besonders in Deutsch.

Fotos: Anne Cordts
Text: Regina Link


„Wir sind eben eine technische Hochschule. Mathe geht deutlich schneller weg, weil sich fast jeder in der Lage fühlt, Schulmathematik zu vermitteln, bei Deutsch wagen sich die Leute eher nicht so dran“, erzählt mir die angehende Physikerin, die beides unterrichtet. Wer es versuchen möchte, bekommt vom Verein Unterstützung. Immer wieder finden Workshops statt, die Know-how darüber vermitteln sollen, wie man Deutsch als Fremdsprache unterrichtet.

Christina, die im ersten Mastersemester studiert, gibt seit 2016 bei SfKa Nachhilfe und engagiert sich seit Juli zusammen mit Constantin Pracht und Carina Rosenau auch im Vorstand. Dass der Verein mit derzeit über 150 Mitgliedern eine der größten Hochschulgruppen ist, spricht für sich: „Das Konzept ist einfach grandios“, findet Christina. Mitmachen geht unbürokratisch, einfach und ist mit wenig Zeitaufwand verbunden. „Mit zwei Stunden pro Woche kann man bei uns schon sehr viel erreichen, ohne dass man sich darüber hinaus wahnsinnig viel für den Verein einsetzen muss“, erklärt die Physikstudentin. Einzige Voraussetzung: ein Führungszeugnis, das man sich im Bürgerbüro mittels entsprechendem Formular gratis beschaffen kann. Zunächst registriert man sich dafür auf der Webseite des Vereins und erhält dann eine Liste mit Schülerinnen und Schülern. Auf der Liste stehen Alter, Geschlecht, die Nachhilfefächer, der gewünschte Nachhilfeort und einige Informationen zum sozialen Umfeld. In der Regel kommen die Kinder und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien oder aus Kinderheimen. Wer ein Kind ausgewählt hat, bekommt die jeweiligen Kontaktdaten zugeschickt und kümmert sich dann selbstständig um die Kontaktaufnahme und Terminabsprache. Bei Problemen und Fragen stehen dabei natürlich jederzeit Ansprechpersonen aus dem Verein bereit.

Vor zwei Jahren hatte sich Christina für die neunjährige Mia entschieden – einmal pro Woche fährt sie zur ihr nach Hause. Deutsch und Mathe standen bei dem Mädchen auf dem Wunschzettel. Deutsch hatte sich allerdings bald erledigt. „Das Mädchen spricht astrein deutsch“, findet ihre Nachhilfelehrerin. Am Ende paukten die beiden hauptsächlich Mathe – und auch ein bisschen Selbstbewusstsein, denn so schlecht war die Drittklässlerin damals gar nicht, aber sie fand eben: „Die Jungs in der Klasse sind viel besser.“ Neben dem Unterricht geht es auch darum, Freund und Ansprechpartner der Kinder zu sein. „Die Rolle als großer Buddy sollte man nicht unterschätzen“, meint Christina. Ab und zu muss sie dann aber auch wieder die strenge Mathelehrerin geben: „Eine quirlige Drittklässlerin redet immer sehr viel.“ Erreicht haben die beiden viel mit ihren zwei Mathestunden pro Woche. Inzwischen geht Mia aufs Gymnasium und hat in Mathe eine Zwei. Das Abitur ist fest eingeplant, Berufswunsch derzeit Popstar.

Für Christina steht jetzt gerade neben der Nachhilfe noch die „Hütte“ an: Bevor es für ein Wochenende in den Schwarzwald geht, ist noch einiges zu planen. Es war die Idee des neuen Vorstands, um „die Verbindung der Mitglieder untereinander zu stärken und einige anstehende Themen aufzuarbeiten.“ Und natürlich freut sich der Verein über jedes Neumitglied, das mithelfen will – späterer Vorstandsposten nicht ausgeschlossen.


Auch Lust darauf, Wissen zu teilen? Auf den Webseiten und beim Vorstand des Vereins gibt es Einstiegshilfen.

Montag, 14. Januar, 2019
  CAMPUS, GESICHTER, RAUSGESCHAUT


Regina Link

Geschrieben von: Regina Link