CAMPUS, GESICHTER

Breakdance: Bewegte Kunst

Georg Helzer ist 24 Jahre jung und studiert Sportwissenschaften im ersten Semester am KIT.  Seine große Leidenschaft ist das Breakdancen. Mit seiner Crew „Tru-Cru“ tritt er erfolgreich bei internationalen Wettkämpfen an – gerade ist er aus Südkorea zurückgekommen. Uns hat er erzählt, wie er zum Breakdancen gekommen ist und was ihn daran besonders reizt.

Video und Text: Aileen Seebauer


Interesse an Breakdance – oder, wie es in der Szene eigentlich heißt: am Breaking – hatte Georg bereits in seiner Kindheit. Faszination wurde daraus erst später: „Als Kind hat mir ein Freund ein Video von einem Breakdancer gezeigt und ich war total baff von diesen schnellen Bewegungen.“ Den entscheidenden Kick gab ihm ein Breakdance-Wettbewerb, den er 2008 besuchte – damals noch als Zuschauer. „Danach wollte ich das unbedingt lernen“, sagt der 24-Jährige. Noch im gleichen Jahr setze er sein Vorhaben in die Tat um; seitdem beschäftigt er sich seitdem intensiv mit dem Breakdance. „Was mich fasziniert sind die ganzen unglaublichen Bewegungen.“ Im Gegensatz zu einem normalen Tanz seien diese total anders – schnell, impulsiv und oft auch akrobatisch. „Breakdance ist mehr als nur Sport. Es ist eine Form von Kunst“, erklärt Georg. Sobald er auf der Bühne steht und tanzt, denkt er nichts anderes mehr. „Manchmal“, so erzählt er, „erwischt man einen Moment bei einem Wettkampf, der total unglaublich ist, und alle Zuschauer fiebern mit – das ist ein unbezahlbares Gefühl.“

Bei den Wettkämpfen tritt Georg mit seinem Team „Tru-Cru“ oder solo an. Die Crew, derzeit bestehend aus 15 aktiven Mitgliedern, hat sich im Jahr 2007 zusammengeschlossen. Seit 2012 ist Georg mit dabei. „Die Crew ist wie eine zweite Familie für mich. Man geht zusammen durch dick und dünn und erlebt vieles gemeinsam.“ Auswahl an internationalen Wettkämpfen rund um den Globus hätten die Breakdance-Profis genug. Im Jahr 2024 wird Breakdance als olympische Disziplin eingeführt – das pusht die Breakdance-Szene derzeit enorm. „In Frankreich ist super viel los, da sind jedes Wochenende etwa fünf Veranstaltungen auf internationalem Level.“ Je nach Saison sei er daher auch jedes Wochenende unterwegs.

Das Sportstudium am Institut für Sport und Sportwissenschaft des KIT sieht Georg als optimale Ergänzung  zum Breakdance: Durch das Tanzen beschäftige er sich bereits viel mit dem Körper, das könne durch das Studium noch mehr vertieft werden. Außerdem könne er sich vorstellen, am Institut Breakdance-Unterricht zu geben, da er als Trainer bereits aktiv unterrichtet. Seit einigen Jahren gibt er an drei verschiedenen öffentlichen Schulen Unterricht und trainiert ehrenamtlich Kinder und Jugendliche. „Ich bin fast jeden Tag am Unterrichten. Da kann ich mein Wissen weitergeben und es macht sehr viel Spaß, die Kinder und Jugendlichen lernen und aufwachsen zu sehen.“

Nach dem Studium möchte er in der Sportbranche bleiben und seinen Traum als Breakdancer weiterverfolgen – etwas anderes, beispielsweise Ingenieur, komme für ihn nicht in Frage. Auf seinem Weg halten seine Eltern ihm stets den Rücken frei. „Früher fanden sie es nicht so toll, aber mittlerweile sehen sie, wie viel ich durch das Breakdancen leisten kann und unterstützen mich total.“

Montag, 2. Dezember, 2019
  CAMPUS, GESICHTER


Gastautor

Geschrieben von: Gastautor