CAMPUS, STUDIUM

Bachelor, hast du schon einen Master-Plan?

Schon kurz nach dem Abitur stellen sich erneut Fragen: Was soll ich studieren? Wie gehe ich das an?
Wenn nun der Bachelor kurz vor der Vollendung steht, kommen die Fragen wieder:
Mache ich einen Master? Und wenn ja, was für einen? Wie geht es nun weiter? Und wer kann mir helfen? Ein paar Antworten haben wir hier zusammengetragen.

Foto: Fotalia/©ChenPG – stock.adobe.com
Text: Cindel Heil


Fragen sind das tägliche Brot von Studienberaterin Brigitte Backhaus, die am Zentrum für Information und Beratung (zib) des KIT arbeitet. „Im Gespräch mit Studierenden starte ich mit den grundlegenden Fragen: Habe ich Interesse an einem Master? Hat der Master in meinem Studiengang Tradition? Und welchen Vorteil habe ich beruflich durch einen Master?“, sagt sie.

Ein guter Grund für den Master sind etwa bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Beispielsweise in der Architektur ist es notwendig einen Masterabschluss zu haben, wenn nach dem Studium Selbstständigkeit angestrebt wird. In den Naturwissenschaften ist der Master ebenfalls häufig, denn hier besteht aufgrund des vorherigen Diplomstudiengangs eine Tradition, diese Qualifikationsstufe zu erreichen. Auch in den Geisteswissenschaften kann ein Master erhebliche Vorteile bedeuten.

„In der heutigen Zeit ist es aber nicht selten, dass Studierende nach dem Bachelor erst einmal arbeiten und später für den Master an die Universität zurückkehren“, erklärt Backhaus. Die Gründe dafür können vielfältig sein: Manche wollen endlich Berufserfahrung sammeln oder sich durch die Erwerbstätigkeit den Master vorfinanzieren. Vielleicht ergibt sich das Interesse am Master, etwa in einem vom Bachelor abweichenden Fach, erst durch die Berufserfahrung.

Für den Plan zum Masterabschluss braucht es daher fundierte Informationen. Brigitte Backhaus hat hier einige Erfahrungswerte aus ihrer Beratung: „Welcher Master kommt infrage? Je nach meinem Studium kann ich einen konsekutiven Masterstudiengang wählen, der direkt an meinen Bachelor anschließt und dessen Wissen benötigt. Oder einen nicht-konsekutiven Master, der beispielsweise keinen äquivalenten Bachelorstudiengang hat oder auch Bachelorabsolventen aus verschiedenen Studiengängen zulässt. Oftmals sind diese Master gut für Quereinsteiger geeignet.“

Für einen konsekutiven Master am KIT erfüllen Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiengangs automatisch die Zulassungsvoraussetzungen. Bild: Amadeus Bramsiepe/KIT

Für einen konsekutiven Master könnte sprechen, dass die erlernten Grundlagen aus dem Bachelor eigenständig vertieft werden, der Stundenplan bietet Gestaltungsspielraum und endlich können erste eigene Forschungserfahrungen gesammelt werden. Ein nicht-konsekutiver Master bietet in einem gewissen Rahmen Neuorientierung und ermöglicht, eine zweite Disziplin kennenzulernen. Am KIT besteht die Möglichkeit, sich durch das zib oder auch die jeweiligen Fachstudienberatungen der Fakultäten Entscheidungshilfe zu holen.

„Ich empfehle, ein bis zwei Semester vor der Bachelorarbeit zu schauen, wie ich danach weiter machen möchte. Bei einem Bachelor am KIT gibt es immer auch einen konsekutiven Master dazu. Dafür erfüllen die Absolventinnen und Absolventen automatisch durch den Bachelorstudiengang sämtliche Zulassungsvoraussetzungen”, so Backhaus.

Übrigens: Obwohl die Worte so ähnlich klingen, sind Zulassungsvoraussetzungen und Zulassungsbeschränkungen nicht dasselbe. Erstere sind beispielsweise ein Bachelorabschluss im selben oder ähnlichen Fach oder eine gewisse Zahl von Leistungspunkten in bestimmten Fachbereichen des Studiums. Genauere Auskünfte über die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen finden sich in der Zulassungssatzung der Fakultät. Zulassungs- oder zugangsbeschränkt ist ein Studiengang, sobald nur eine bestimmte Anzahl an Studienplätzen vorhanden ist und daher in der Zulassungssatzung weitere Kriterien genannt werden, um die Studierenden auszuwählen.

Falls die vorhandenen Informationen zu dem gewünschten Studiengang nicht ausreichen, sind die einschlägigen Fachgruppen oder Fachschaften kompetente Ansprechpartner. Auch vermitteln sie Kontakte zu Studierenden der Studiengänge, um persönliche Erfahrungen zu erfragen. „Eine überregionale Beratungsstelle kann das Hochschulteam der Bundesagentur für Arbeit sein, mit dem wir auch zusammenarbeiten“, erklärte Backhaus. Gerne werden auch Onlineportale wie das CHE-Ranking oder die Studiengangssuchmaschine von Zeit Online genutzt. „Ein Ranking ist aber nicht wie das Amen in der Kirche, es sollte immer geschaut werden, was wird hier eigentlich verglichen“, mahnt die Beraterin zur Vorsicht.

Mit Information und Beratung klappt der Übergang vom Bachelor zum Master reibungsfrei. Bild: Amadeus Bramsiepe/KIT

Zu guter Letzt: Spätestens wenn der passende Masterstudiengang gefunden ist und die Voraussetzungen erfüllt sind, sollte auch an die Finanzierung gedacht werden. Wie schon beim Bachelor kann BAföG bezogen werden. Die genauen Modalitäten dafür sollten beim zuständigen BAföG-Amt erfragt werden. Sollte kein BAföG-Anspruch bestehen, kommt vielleicht ein Studienkredit oder Stipendium infrage. Das Studierendenwerk Karlsruhe stellt die Möglichkeiten online vor. Vom zib des KIT wird das Informationsheft „Studienkosten und Studienfinanzierung“ herausgegeben.

Mehr Information:
Infoportal zur Masterbewerbung für Bachelor-Studierende des KIT
Übersicht der Master-Studiengänge des KIT
Übersicht der Master-Studiengänge des KIT

Montag, 1. April, 2019
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